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07.02.2012, 14:56 Uhr
Gäste beim CDU-Neujahrsempfang begeistern sich für klare Worte
Wurde verstanden: Karl-Josef Laumann redet Klartext
Das waren deutliche Worte: Karl-Josef Laumann, CDU-Fraktionsvorsitzender im nordrhein-westfälischen Landtag und Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht ohne Manuskript laut und deutlich – und begeisterte seine Zuhörer. So beim Neujahrsempfang der Mühlenkreis-CDU in den Räumen der Wortmann AG in Hüllhorst. Neben dem Gast aus dem Landtag war auch Landtagsabgeordneter Friedhelm Ortgies anwesend und auch Europaparlamentarier Elmar Brok kam direkt aus Brüssel angereist.
Hüllhorst -
Knapp 200 weitere Gäste aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik waren der Einladung gefolgt, um in dem Hüllhorster Unternehmen mit Welterfolg das Jahr 2012 zu begrüßen. 470 Millionen Euro Umsatz in 2011 konnte Siegbert Wortmann, Vorstandsvorsitzender der Wortmann AG verkünden. „Wir halten mit den namhaften Computer-Herstellern mit, bei Service und Support sind wir vor Ort deutlich besser“, gab sich der Firmen-Patriarch selbstbewusst. „Und auch unsere Ausbildungsquote stimmt: Wir brauchen gut ausgebildete junge Menschen, um künftig weiter erfolgreich zu sein.“
 
Ein Top-Rating von Triple A sah CDU-Kreisvorsitzende Kirstin Korte für die Wortmann AG und freute sich den Neujahrsempfang zusammen mit der Wortmann AG ausrichten zu können. Wir wollen im Kreis zur politischen Sacharbeit Stellung beziehen, hart in der Sache, aber fair in der politischen Auseinandersetzung, das ist das Markenzeichen der Demokratie, gab Korte die Marschrichtung für 2012 vor. Dazu gehört Eigenverantwortung, dazu gehört ehrenamtliches Engagement. Dazu brauchen wir standhafte Menschen mit Heimatgefühl. Damit wir für unseren ländlichen Raum einstehen können. Wir brauchen aber auch eine gerechte Teilhabe im Land und verlässliche Mittel, um unserer Verantwortung gerecht zu werden. Es kann nicht sein, dass der ländliche Raum in Düsseldorf nur als Lieferant für Wind- und Bio-Energie für die Metropolen des Landes gesehen wird und auf den Dörfern aus Sparsamkeit nachts das Licht ausgeschaltet wird.
 
Nahtlos knüpfte Karl-Josef Laumann an: Alles ehrenamtliches Engagement hat örtliche Verbundenheit zur Voraussetzung. Wer sich nicht heimisch fühlt, setzt sich auch nicht für seine Heimat ein. Voraussetzung dafür ist aber ein gesichertes Einkommen, ist Arbeit vor Ort, Arbeit mit Würde, die auch entsprechend entlohnt wird. Darum setze er sich als CDA-Vorsitzender auch für eine Lohnuntergrenze ein. Flexibilität ist in unserer Gesellschaft sicher notwendig, aber Flexibilität darf nicht Selbstzweck sein, sonst verliert der Mensch seine Heimatverbundenheit und damit den Antrieb für ehrenamtliches Engagement.
 
Das christliche Weltbild und der Bezug auf die Familie sah Laumann als Grundlage der Politik. Wer sich daran orientiere, hätte einen klaren Ordnungsrahmen. Da müsse man auch mit dem Geld auskommen, was man einnimmt. Was viele Familien täglich praktizieren, müsse auch für den Staat gelten. Im Jahr 2011 habe der Staat soviel an Steuergeldern eingenommen, wie seit 60 Jahren nicht mehr. Und dennoch reiche das Geld nicht aus und es werden neue Schulden gemacht. Die Politiker haben sich wohl daran gewöhnt: Es ist ja immer gut gegangen. In allen Koalitionsverträgen in den Ländern finde man Aussagen zur Schuldenbremse, im rot-grünen Vertrag von Düsseldorf suche man einen solchen Passus zur Schuldenbremse vergeblich.
 
In Nordrhein-Westfalen fehlten künftig Betreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren. Die Universitäten sah Laumann für den Ansturm der Studenten nicht gerüstet. Die rot-grüne Landesregierung hat kein Konzept für die Bewältigung der wichtigen Fragen. Aber sie beschäftige sich damit, den Bürger weiter zu bevormunden. Zum Beispiel eine 20-seitige Verordnung für die Essenszubereitung bei Tagesmüttern: Die Mütter wissen selbst, was gut für die Kinder ist, die wollen die Kinder nicht vergiften, da braucht man keine Verordnung wie für Industriebetriebe. Es muss auch nicht landesweit geregelt sein, ob auf Zeltfesten geraucht werden darf. „In meinem Heimatort bin ich in diesem Jahr Schützenkönig, und bei uns bestimmt der König, ob geraucht werden darf, da brauchen wir keine Landesmutti in Düsseldorf, die uns vorschreiben will wo und wann nicht geraucht werden darf.“
 
Die Gäste hatten Gefallen an den markanten und offenen Worten des Oppositionsführers aus dem Düsseldorfer Landtag. Mehrfach gab es Beifall für einzelne Passagen der freien Rede. Ein gelernter Schlosser, der auch das Arbeitsleben aus eigener Erfahrung kennt und der seiner Linie treu geblieben ist: Das wurde verstanden, klare Worte, schnörkellos und auch mal heftig.
 
Überzeugt vom Auftritt war auch der Hüllhorster CDU-Vorsitzende Sven Öpping: „Karl-Josef Laumann hat sich hier in Hüllhorst sehr authentisch präsentiert. Sein Vortrag über das Gewicht von Familie und Ehrenamt hat vielen Anwesenden aus dem Herzen gesprochen. Ich selbst habe bei meiner Antrittsrede im vergangenen November genau auf diese Punkte hingewiesen und sie als unumgänglich für die Zukunft unserer Gemeinde bezeichnet. Ein besonderer Dank gilt aber auch an Siegbert Wortmann, der diese hervorragende Veranstaltung in seinem Unternehmen hat stattfinden lassen. Die Wortmann AG ist eines der Aushängeschilder der Gemeinde Hüllhorst und des Mühlenkreises.“
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