Der Kreis Minden-Lübbecke, der auch „Mühlenkreis“ genannt wird, erstreckt sich größtenteils nördlich (Ausnahmen Hüllhorst, Bad Oeynhausen und ein Großteil von Porta Westfalica) der in Ost-West-Richtung verlaufenden Höhenzüge Wiehengebirge/Wesergebirge und um die Weser, die bei Porta Westfalica in die Norddeutsche Tiefebene eintritt. Damit besteht der größte Teil des Kreisgebietes aus Tiefland. Im Einzelnen lassen sich folgende Großlandschaften unterscheiden:
- Das Mindener und Lübbecker Land als Teil der Norddeutschen Tiefebene
- Die Mittelgebirge (Wiehengebirge, Wesergebirge und die Stemmer Berge)
- Das Ravensberger Hügelland
Das Mindener und Lübbecker Land ist überwiegend unfruchtbare Geest mit Sandern und Mooren. Südlich des Mittellandkanals verläuft zur Weser hin ein ca. 3-4 Km breites Urstromtal. Zahlreiche Findlinge sind Zeugen der vorletzten Eiszeit, das Eisgrenze verlief etwa dort, wo heute der Kanal liegt. Im Bereich der Geest ist realtiv unfruchtbar, der Anteil an Grünland folglich hoch. Weite Bereiche sind aufgeforstet. (Staatsforst Minden, Espelkamp, Levern).Der Grünlandanteil nimmt zudem im nördlichen Kreisgebiet von Osten nach Westen stetig zu. Das Urstromtal besteht, sofern es als Unland (Moor) garkeine landwirtschaftliche Nutzung erfährt, durchweg als Grünland genutzt. (Mindener Wiesen). Während der Eiszeit wurde am Nordhang der Gebirge indes sowie jenseits derer, also in das stark zertalte Ravensberger Hügelland feiner Löß abgelagert. Daher findet sich an der Nordabdachung heute bester Boden und diese Bereiche werden überwiegend ackerbaulich genutzt. Grünland findet sich im Ravensberger Hüglelland fast Ausnahmslos in den feuchten Talauen. Das Wiehengebirge ist heute beinahe durchweg bewaldet. Dies geht auf die Aufforstung in Preußen Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Zuvor wurde das Wiehengebirge bis zum Gebirgskamm hin weidewirtschaftlich genutzt. Insgesamt ist der Waldanteil mit 14 Prozent der Fläche vergleichsweise gering (Deutschland 30 Prozent, NRW 24 Prozent) und entspricht so auch nicht der persönlichen Wahrnehmung der Bewohner des Kreises, die ja wissen, dass man von Pr. Oldendorf bis Minden auf dem Kammweg wandern kann, ohne den Wald verlassen zu müssen. Auch die Stadt Espelkamp gilt als Stadt im Wald.
Der Kreis hat insgesamt nur einen geringen Waldanteil. Der größte Teil ist landwirtschaftliche Nutzfläche (LNF)
Das Wiehen- und Wesergebirge bilden eine lokale Wasserscheide. Südlich des Gebirgskammes fließen die Bäche nach Süden zur Werre, nördlich dessen zur Großen Aue oder direkt in die Weser. Der westlichste Teil der Gemeinde Stemwede und der Stadt Pr. Oldendorf entwässern in die Hunte. Die gesamte Fläche entwässert über verschiedene Nebenflüsse (Große Aue, Bastau, Werre) letztlich aber in die Weser.
Räumliche Bevölkerungsverteilung
Der Kreis liegt mit 280 Einw/km² etwas über dem Bundesdurchschnitt. Die Bevölkerung ist aber im Kreisgebiet unterschiedlich verteilt. Die Bevölkerungsdichte nimmt relativ stetig von Süden nach Norden und von Osten nach Westen kontinuierlich ab. Folglich ist die Gemeinde Stemwede im Nordwesten des Kreises mit 88 Einw./km² die dünnbesiedelste Kommune. Andererseits leben in den drei Kommunen Minden, Porta Westfalica und Bad Oeynhausen mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Zu den dicht besiedelten Regionen gehören durchweg die Bereiche des Ravensberger Hügellandes und der nördliche Fuß von Weser- und Wiehengebirge; hier reiht sich Ortschaft an Ortschaft. Diese Gebiete verfügen über fruchtbaren Lößboden und wurden bereits früh kultiviert. Besonders dünn besiedelt sind die nördlichen Teile des Kreises sowie ein Streifen südlich des Mittellandkanals. Diese Gebiete sind relativ unfruchtbare Geest und Moore. Die Mittelgebirge selbst sind dicht bewaldet und nahezu unbewohnt. Eine Ausnahme bildet hier nur das Eggetal ganz im Westen des Wiehengebirges.
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